Hallo ihr Lieben,

um Dinge zu verändern, bedarf es eben selbiger, Ver-änderung. Diese in unterschiedlichsten Formen nenne ich dann Selbstprojekte.


Heute berichte ich von einem, das vor Jahren  sehr "wertvoll" für mich war....... Auf dem Weg zu meiner „persönlichen Auszeit“ kam mir eine Frau auf der Straße entgegen. Sie hielt ein Handy in der Hand und telefonierte, während sie dann in ihrem Sportdress an mir vorbei joggte. Dies veranlasste mich diesen Artikel über eines meiner Selbstprojekte zu schreiben.

Im Zeitalter des Multitasking und des jederzeit erreichbar sein, stellte ich schon vor längerer Zeit fest, es tut mir nicht gut. Eine Situation, die so oder ähnlich aussehen könnte, täglich sicherlich bei unzähligen Menschen zu finden ist, in der man nur feststellen kann „gestresst“ zu sein.

Die Kinder müssen von A nach B gefahren werden, selbst hat man immer adrett auszusehen und achtet auf sein Äusseres, was das zu bedeuten hat, brauche ich keiner Frau erklären, der Artikel wollte schon längst geschrieben sein, Tante Anne braucht eine Begleitung zum Einkaufen, alle Freunde bei Whats app möchten beantwortet sein und dann schaut Schatzi mit treuen Augen ums Eck und erinnert daran, gesagt zu haben, dieses eine Hemd,  genau in einer Stunde zu brauchen und nicht zu vergessen, der eigene Job wünscht sich ja auch die „ungeteilte Aufmerksamkeit“. Und so sieht ja nur ein kleiner Anteil dessen aus, was an einem Tag so los sein kann.

In eben solch einer Situation, dachte ich: „ jetzt ziehe ich aus meinem Leben aus“ und wurde mit der Achtsamkeit mir selbst gegenüber konfrontiert.

Achtsamkeit, aha!




So beschloss ich im 1. Schritt den Stress zu reduzieren und achtsam mit meinen Bedürfnissen umzugehen. Aber wie konnte das funktionieren? Der Saboteur in meinen Kopf predigt mir immer alles so perfekt als möglich zu tun, komme was wolle. Das sollte doch möglich sein. Ich meldete mich bei Whats app ab und löste einen Ansturm des Unverständnisses aus. Von "du bist aber Old School" bis zu "was du hast kein Whats app mehr? Das ist aber doof" hörte ich einiges.

Störte es mich – Nein!


Weiter fragte ich mich, ist es nötig jederzeit erreichbar zu sein? Nein! Also trage ich mein Handy nicht ständig und permanent mit mir spazieren, schaue in regelmäßigen Abständen nach um Rückrufe tätigen zu können. Der nächste Punkt war, brauche ich tausend Serien im Fernsehen, was berichten „Nach-Richten“ denn genau? Und was löst das Anschauen von selbigem bei mir aus?

Nach einer gewissen Zeit stellte ich fest, es eröffneten sich mir Zeiträume, die vorher nicht vorhanden waren. Ich hatte einen Teil, der für mich vorhandenen Energiefresser einfach abgestellt. Schatzi kann sein Hemd heute auch mal selbst bügeln und wirft es einfach rechtzeitig in die Wäsche Tonne. Auch im eigenen menschlichen Umfeld gab es so manche Energie Baustellen, deren Zulieferer ich war, die sich jedoch selbst beseitigt haben. Das hatte zur Folge, mehr „Zeit für mich“ ! Auch wenn mal wieder kein Urlaub in Sicht ist, baue dir deine eigene „Auszeit Insel“ ein. Damit ging es weiter ….

Die Menschen, die mich kennen schmunzeln wenn ich anfange von Bäumen zu sprechen. Aber Spaziergänge im Wald sind mega entspannend und "Bäume baden", wie es schon lange heisst, tut der Seele gut. Und die „einfachste Möglichkeit" wie ich feststellte, wenn mal wieder alles gleichzeitig und sofort sein soll -atmen -, einfach mal bewusst atmen. Damit nehme ich kurz Abstand von den Dingen, die gerade vorgehen und komme bei mir selbst an.

Irgendwann, stieg ich dann ganz aus, indem ich meine Auszeiten im voraus plante. Das kann individuell immer anders aussehen, aber so kann man sich in Achtsamkeit für sich selbst seine „Auszeit Insel“ schaffen. Dies alles ist ein Weg, man übt sich stetig weiter. Mein „Selbstprojekt“ ist damals geglückt und darüber habe ich mich natürlich riesig gefreut.

Ach so....., ich vergaß zu erzählen, es gibt immer Menschen, die gerne ungefragt Rat-Schläge erteilen, so auch hier geschehen. In diesem bekam ich zu hören: “nicht gut genug organisiert zu sein, denn das ist ja wohl alles machbar.“ Wer bitte hat das Recht mir zu sagen, in welcher Form auch immer, etwas "nicht gut genug" zu machen oder zu sein, nur mal so am Rande. Also, es gibt wohl Kurse in welchen man so etwas lernen kann. Die Antwort kann hierzu nur sein: “behaltet die ungefragten, gut gemeinten Rat-Schläge für euch. Zumindest so lange ihr nicht in meinen Mokassins, in meinem Leben gelaufen seid.“

Ich wünsche euch ganz viel Freude, in der "Achtsamkeit mit euch selbst“.

Eure Tatjana Esslinger