Hallo Ihr Lieben,

oft ist es vorgekommen, wenn ich von einer Alopecia gesprochen habe, dass mich fragende Blicke erreichten. Niemand wusste etwas damit anzufangen, außer er hatte jemanden in der Familie oder im Freundeskreis, der davon betroffen war. Was es mit diesem Haarausfall auf sich hat, möchte ich im ersten Teil von "Alopecia und Permanent Make-up" so gut, aber auch so einfach wie möglich versuchen zu erklären und was das ganze mit Permanent Make-up zu tun hat.

Es gibt verschiedene Arten des Haarverlustes, mit unterschiedlichem Verlauf:

- Alopecia areata - Kreisrunder Haarausfall

- Alopecia totalis - Verlust der Kopf und Gesichtsbehaarung

- Alopecia universalis - hier kommt der Verlust der kompletten Körperbehaarung zur Kopf und Gesichtsbehaarung hinzu


Viele Frauen oder Männer haben sicher zuerst das Gefühl sich verstecken zu wollen, denn niemand möchte, dass ein Gegenüber sofort feststellt "da stimmt etwas nicht".  Bei vielen Menschen sind Haare ein Ausdruck der eigenen Identität oder auch des Lebensstil. Frauen lassen die Mähne wallen oder gerne auch die Wimpern klimpern ... Eine „Frau“ möchte selbstverständlich auch schön für sich selbst aussehen.


Was geschieht bei einer Aopecia Erkrankung?

Die Haarwurzel wird bei diesem Krankheitsbild, wenn man es sich bildlich vorstellt, von der Zelle nicht angenommen oder abgestoßen. Es wird als eine Autoimmunkrankheit beschrieben. Hier liegt eine Art Fehlfunktion des Immunsystems vor, die sich fälschlicherweise gegen den eigenen Körper stellt und dies führt zum beschriebenen Haarausfall. Menschen mit diesem Krankheitsbild haben keine Schmerzen und sehen im ersten Moment aus als hätten sie eine Krebserkrankung, da keine sichtbare Behaarung des Kopfes, der Augenbrauen und Wimpern mehr vorhanden ist. Je länger der Zeitraum der Krankheit anhält, desto mehr Haare verliert der Mensch und wenn sie nachwachsen ist nicht gewiss, für wie lange die Haare in den Zellen verankert bleiben.





Im Zeitalter des „Haar frei“ an allen möglichen und unmöglichen Körperstellen, mag dies erst einmal angenehm klingen. Bei näherem Hinschauen ist es für die Menschen, welche davon betroffen sind, aber sehr schlimm plötzlich keine Augenbrauen, Wimpern und keine Kopfhaare mehr zu haben. Nun muss versucht werden dies auf anderem Weg, z.B. mittels Make-up, wieder herzustellen. "Wen kann ich fragen, wer weiss bei so etwas Bescheid?" Und das ist „nur“ der Äussere sichtbare Teil, denn nicht zu vergessen: man sieht ganz anders aus als vorher und das macht etwas mit einem. Es ist eine große Veränderung die hier stattfindet und auch dem Umfeld nicht verborgen bleibt. Dies möchte erst einmal verarbeitet oder akzeptiert werden.

Es gibt „Make-up Techniken“, die z.B. eine fehlende Augenbraue durch ein "wieder hin schminken" ersetzen, um das Erscheinungsbild an ein gewisses „gesundes Bild“ anzugleichen. Es ist eine Herausforderung es immer wieder zu üben, um für sich eine Situation zu schaffen, auch im Alltag damit umgehen und sich selbst auch wieder schön fühlen zu können.


Eine andere Vorgehensweise ist die „Rekonstruktive Pigmentierung“

Dem vorherigen gesunden Zustand so natürlich als möglich werden z.B. Augenbrauen in einer Härchentechnik nachgebildet. Bei einem normalen Abstand des Gegenübers ist nach Abheilung von ca. 4 Wochen nicht mehr zu erkennen, ob tatsächlich etwas am Erscheinungsbild nachgeholfen wurde. Ein Permanent Make-up bringt Farbe mittels eines Pigmentiergerätes in die obersten Hautschichten und schafft durch eine gewisse Technik den Zustand einer möglichst natürlichen Augenbraue, wie vor dem Ausfall der eigenen Härchen. „Die Augenbrauen geben so dem Gesicht seinen Rahmen zurück.“


(Eine frisch pigmentierte Augenbraue wird noch ca. 40% heller)

Auch eine Lid Pigmentierung ist möglich. Die Augen werden durch eine Wimpernkranzverdichtung oder einen Lidstrich „umrahmt“, wie es die Wimpern zuvor gemacht haben. So ist eine Pigmentierung immer eine Alternative, die beim Gegenüber Fragen wie:
"Du siehst aber schlecht aus, geht es dir nicht gut"?  "Bist du krank"?
gar nicht  erst aufkommen lässt und für den Betroffenen das Gefühl von einer Art “Schutz„ im Außen bilden kann.

Eine Beratung ist bei allen Pigmentierungen enorm wichtig, damit der Kunde/Patient das für sich beste Ergebnis erhält. Dies stellt aber den Pigmentisten bei einer Rekonstruktiven oder medizinischen Pigmentierung vor ganz andere Herausforderungen, sowohl künstlerisch, fachlich, als auch menschlich um dem Gegenüber ein Gefühl des Vertrauens vermitteln und herstellen zu können.

Im zweiten Teil dieser "Alopecia Reihe" -
erzählt eine Frau wie sie dies „lebt“, sich fühlt und sich im Aussen bei anderen wieder gerne zeigt.


Lasst es euch gut gehen und glaubt immer an euch selbst ...

Eure Tatjana Esslinger.

Bildquelle: Tatjana Esslinger, Coloursline